Was zeichnet einen typischen Sommerwein aus?

Vorneweg ist wichtig zu erwähnen, dass „Sommerwein“ keine offizielle globale Bezeichnung für einen bestimmten Typ Wein oder eine spezifische Rebsorte darstellt. Der Begriff sagt zum einen etwas aus über die Reifezeit des Weins, welche optimalerweise im Frühsommer beginnt und ihren Höhepunkt der Reifung im Hochsommer hat.

Zum anderen die wichtigsten Attribute, die einen Sommerwein auszeichnen, liegen im Geschmack. Wo man in den Winter- und Herbstmonaten gerne mal einen schweren, wärmenden Rotwein verträgt oder einen lange am Gaumen liegenden, würzigen Weißwein zum Essen, so gelüstet den Körper im Sommer Wein dieser Art meist nicht besonders. Zumindest nicht, wenn man von einem warmen Sommer ausgeht, wie er auch jetzt schon mit beiden Beinen in diesem Jahr steht.

Heiße Sommertage schreien nach Erfrischung, auch beim Wein. So zeichnen einen Sommerwein stark ausgeprägte Fruchtnoten aus. Mineralität und einen gut dazu balancierten Säurebogen, welche ihn belebend und bekömmlich machen. Ein sommerlicherer Rotwein ist natürlich zu finden, aber nicht besonders üblich. Hauptsächlich werden zur Herstellung eines solchen Weins Weißwein- und Roséweintrauben verwendet, von denen man weiß, dass sie einen geringeren Alkoholgehalt bilden als andere.

Geeignete Rebsorten für Sommerwein

Riesling

Ein Riesling ist der Inbegriff für den perfekten Sommerwein. Diese Rebsorte zeichnet sich durch besonders volle und vielfältige Fruchtaromen aus, das Bouquet erinnert an Apfel. Riesling Trauben besitzen von Natur aus einen sehr hohen Säureanteil, welcher die stark ausgeprägte Frucht perfekt ausgleicht. Riesling lässt sich 5 bis 10 Jahre reifen und legt während des Reifeprozesses einige der leichten Fruchtnoten ab und entwickelt Vollmundigere. Deutschland ist weltweit der führende Hersteller für Riesling, da dort die perfekten Bedingungen für den Anbau herrschen.

Sauvignon blanc

Sauvignon ist die weltweit zweitwichtigste Weißweinsorte und das nicht grundlos. Sie hat typischerweise einen sehr hohen Säuregehalt und ein charakteristisch mineralisches Aroma. Die Fruchtnoten erinnern hauptsächlich an grüne Früchte, Cassis, Stachelbeere sowie Gras und Kräuter. Sauvignon blanc wird auch gerne mit mediterranen, sommerlichen Gerichten genossen wie unter anderem Fisch, Meeresfrüchte und Antipasti.

Cuvée

Bei einem Roséwein eignet sich ein Cuvée bestens, um aus den unterschiedlichen Bestandteilen eine besonders harmonierende Symbiose zu schaffen und ein noch vielfältigeres Fruchtbouquet aus ihnen herauszukitzeln. Besonders Cuvée mit Teilen eines Cabernet Sauvignons ergibt einen besonders stimmigen Sommerwein, da diese Rebsorte sowohl Zitrusaromen verleiht als auch die von roten Beeren wie Erdbeeren und Himbeeren.

Spätburgunder

Auch eine beliebte Traube, um sommerlichen Wein herzustellen. Charakteristisch für den Spätburgunder Rosé ist seine intensive rosarote bis kirschrote Farbe und der frische und fruchtige Geschmack. Der Spätburgunder, auch als Pinot Noir bekannt, besitzt Aromen von dunklen Beeren, Kirschen und Rosen und ist samtig und fruchtig am Gaumen.

Mischvarianten

Neben dem Genuss eines puren, frisch gekühlten Weins wird beispielsweise in Österreich im Sommer traditionell auch gerne Mal ein Sommerspritzer gemixt. Also 1 Teil Wein und 1 Teil Sodawasser beziehungsweise je nach Stärkewunsch auch bis zu drei Teilen Wasser.

Und das wohl bekannteste Sommerwein-Getränk: Der Sangria

Der Sangria ist eine typisch spanische Rotwein-Bowle, die mit Rotwein, Rum, Orangensaft, Zucker und frischen Früchten angesetzt und über Nacht ziehen gelassen wird. Am nächsten Tag hat man ein fruchtig süffiges Sommergetränk, das man auf Eis mit wahlweise etwas Mineralwasser aufgespritzt genießen kann und das einem garantiert den einen oder anderen „zu langen“ Abend beschert.

Sommer – lieben wir. Sommerwein – noch mehr! Egal in welcher Ausführung.

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Tags: Wein-Wissen

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